Warum schließt ihr Titandioxid nur für gewisse Makeup Produkte/ Anwendungsbereiche aus und nicht für alle?Aktualisiert 2 months ago
Titandioxid ist als Pigment nur schwer zu ersetzen. Es zeichnet sich durch ein außergewöhnlich hohes Lichtreflexionsvermögen aus, das Farben intensiviert und für aufhellende Effekte sorgt. Zudem ist es äußerst stabil und reagiert kaum mit anderen Inhaltsstoffen oder äußeren Einflüssen wie Hitze, Licht und Sauerstoff. Derzeit gibt es kein alternatives Pigment mit denselben Eigenschaften, weshalb es in vielen Make-up-Produkten essenziell ist und kaum Titandioxid-freie Alternativen existieren.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat Titandioxid als Lebensmittelzusatzstoff (E171) als nicht sicher eingestuft, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich Partikel im Körper anreichern. Da Lippenprodukte durch Essen, Trinken oder Lippenlecken oral aufgenommen werden können, besteht hier ein höheres Risiko. Bei Produkten wie Highlighter, Rouge, Mascara oder Lidschatten, die nicht für die Lippen bestimmt sind, ist eine orale Aufnahme bei sachgemäßer Anwendung ausgeschlossen.
Ein weiteres Thema ist die potenzielle Inhalationsgefahr. Titandioxid wurde von der IARC als möglicherweise krebserregend durch Einatmen (Kategorie 2B) eingestuft. Deshalb verzichten wir auf den Einsatz in pulverförmigen Produkten, da hierbei Partikel in die Luft gelangen und potentiell inhaliert werden können. In cremigen und flüssigen Texturen hingegen sind die Partikel fest in die Formelmatrix eingebunden, sodass keine Inhalation möglich ist.